Die Grundgedanken der bwcon-Initiative - Austausch, Dialog und Zusammenarbeit - gehen über Länder- und Landesgrenzen hinweg. Die Basiswerkzeuge und -technologien der IT- und Medienwelt sind ohnehin globaler Natur. Deshalb kümmert sich bwcon verstärkt um internationale Kontakte mit ähnlichen Organisationen. Für die Mitglieder bedeutet dies mehr Möglichkeiten für Zusammenarbeit in der Technologie oder auch direkte Geschäftsanbahnung.
Auf gute Ideen gibt es kein Monopol. Bei Gesprächen in Toronto, San Diego und San José konnten bwcon-Vertreter feststellen, dass die Idee der Vernetzung zwischen Unternehmen, Universitäten, Staat und Forschungseinrichtungen schon an anderen Ecken und Enden der Welt Platz gegriffen hat.
SMART Toronto
Bei der Gründung von SMART Toronto (Losung: smart people - smart business) 1994 stand die Stärkung von Technologie- und Internet-Nutzung im Blickpunkt - und das Ziel, beim schnellen Strukturwandel der Wirtschaft nicht den Anschluss zu verpassen. Das Hauptinteresse lag zu-nächst beim Ausbau der technologischen Infrastruktur der Greater Toronto Area (GTA), um sich im Zuge der Globalisierung als weltweit attraktiver Standort zu präsentieren. Inzwischen sind viele Elemente der Informationsgesellschaft in Kanada selbstverständlich geworden und entsprechend hat sich der Fokus von SMART Toronto verändert. Heute betrachtet sich die Organisation als Interessenvertretung der Technologieregion Toronto und als Katalysator für die Verbesserung der weltweiten Wettbewerbsfähigkeit von GTA. Beim Besuch einer Delegation des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel präsentierte bwcon-Geschäftsführer Klaus Haasis den IT-Standort Baden-Württemberg sowie mögliche Kooperationsfelder mit bwcon.
UCSD Connect
An der University of California in San Diego (UCSD) hat sich bereits 1985 UCSD Connect formiert. Der Claim der Initiative, "where entrepreneurs come for results", weist darauf hin, dass akademische Forschung hier mit Geschäftskonzepten und -ergebnissen verbunden werden sollen. UCSD Connect möchte für Unternehmen in der Hochtechnologie Anknüpfungspunkte für all das bieten, was für einen erfolgreichen Markteintritt notwendig ist: Zusammenarbeit für neue Technologien, Geld, Marktkontakte, Management, Partner und unterstützende Dienstleistungen. Eine Rolle spielen dabei auch Kontakte zu entsprechenden Branchenorganisationen. Connect wird ausschließlich von seinen Mitgliedern finanziert, erhält weder von der Universität noch von anderer staatlicher Seite Zuwendungen. Als "entirely private" bezeichnete Connect-Direktorin Anette Asher die Finanzierung bei einem Gespräch in San Diego mit bwcon-Vorstand Jörg Menno Harms nicht ohne Stolz .
Erstaunlich ist dies insofern, als die Programme der Initiative sehr breit gefächert sind: darunter sind Management-Kurse für Jungunternehmer, Beratung für Existenzgründung, Anlageberatung für High-Tech-Investoren, Kontakt zwischen Start-ups und Finanzierungsinstituten sowie Seminare für interdisziplinäre Fragestellungen, vor allem Software-, Sensor- und Biotechnologie.
Software Development Forum
Einen speziellen Fokus für die Generierung neuer Software hat von seinen Anfängen an das Software Development Forum (SDF) in San José, Kalifornien, gesetzt. 1983 als Software Entrepreneurs Forum gegründet, brachte die Organisation zunächst Software-Entwickler einmal pro Monat zu einem gemeinsamen Abendessen und zur Bildung spezifischer Interessengruppen zusammen.
Ein wesentlicher Entwicklungsschritt war 1992 die Gründung des Center of Software Development, einem öffentlich zugänglichen Labor, das Technik und Infrastruktur für Software-Tests zur Verfügung stellte. Mit der Verlagerung des Schwerpunkts des Interesses der Software-Entwickler von der Bereitstellung technischer Einrichtungen auf die Anbahnung unternehmerischer Tätigkeit veränderte auch das Forum seine Aktivitäten: Heute ist die Organisation - inzwischen umbenannt in Software Development Forum - der Treffpunkt zwischen Entwicklern und Industrie, sowohl für fachliche als auch geschäftliche Zusammenarbeit. Das SDF hat über 1.000 Mitglieder und erreicht mit seinen Veranstaltungen und Publikationen über 10.000 Personen in und um das Silicon Valley. Die Finanzierung des Forums sichert neben Mitgliedern und Sponsoren zu immerhin 15 Prozent die Stadt San José.
Finnland Reise
Das Treffen und das Gespräch mit ähnlich strukturierten Organisationen sind für bwcon eine Gelegenheit, um Know-how auf internationaler Ebene auszutauschen. Eine andere sind Informationsreisen für die Mitglieder zu Unternehmen, die neue Forschungs- und Anwendungsmöglichkeiten zeigen. Auf der letzten Unternehmerreise im November 2001 konnten sich bwcon-Mitglieder vor allem Beispiele aus dem Bereich Mobilfunk ansehen. Nokia, Siemens, Ericsson und Hewlett-Packard stellten ihre Visionen und Technologien der Zukunft vor, die alle geeignet sind, neue Marktchancen zu eröffnen.
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