DOKUMENTATION 2002

Verstärkung für das bwcon-Netzwerk
Neue Mitglieder - Woran sie arbeiten und was sie von bwcon erwarten


Enter Now: Eintritt in die Szene


Fast 50 neue Mitglieder hat bwcon in den letzten zwölf Monaten hinzugewonnen. Darunter sind viele Gründer aus der IT- und Medienbranche, aber auch Einzelpersonen und sogar eine Kommune. Wir stellen hier einige der neuen Player, ihre Beweggründe für den Eintritt und ihre Erwartungen an das bwcon-Netzwerk vor.

"Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist." Dieses Bonmot von Victor Hugo ist sicher keine Neuentdeckung, die Altensteiger Firma Thigal schreibt sich ihn dennoch auf die Fahne. Internet, Intranet, E-Commerce und die Programmierung von Datenbanken zur Vereinfachung und Darstellung von Geschäftsabläufen - das sind die Schwerpunkte des jungen IT-Dienstleisters. Ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt konnte sich Thigal zusammen mit der iQ-Akademie, ebenfalls Neumitglied bei bwcon, jüngst an Land ziehen: Ab Herbst 2002 dürfen die beiden Unternehmen die IT-Ausbildung zum Multimedia Developer anbieten. So entsteht erstmals ein offiziell anerkannter Ausbildungsberuf für die Implementierung von interaktiven Multimedia-Anwendungen für die Online- und Offline-Nutzung. Weitere Kooperationspartner des Projektes sind das langjährige bwcon-Mitglied IBM und das Fraunhofer ISST. In punkto Kontaktplattform hat der Verein damit seinen Dienst bereits voll erfüllt.

Pluspunkte für bwcon verteilt auch Jochen Kaßberger, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Stuttgarter fastmovingbytes GbR, einem Anbieter individueller Konzepte und kreativer Lösungen für das mobile Internet. "Vorteile sehen wir vor allem im interessanten Veranstaltungsangebot sowie in der Anbahnung von Kontakten zu Investoren und Kooperationspartnern", lobt Kaßberger. Tadel indes vermerkt das Neumitglied ebenso: Er versteht die Mission des Vereins äußerst umfassend und vermisst deshalb Vortragsveranstaltungen über die Vision von bwcon für das Land Baden-Württemberg und welche Forderungen daraus für Themen wie Regionalentwicklung, Infrastruktur und Imagebildung abgeleitet werden.

Exoten im Club

Konkreter auf das Geschäft bezogen denkt Timo Komulainen, Vizepräsident und Bereichsleiter Telekommunikation bei ATC2, wenn es um das zukünftige Engagement der Wirtschaftsinitiative geht. Er wünscht sich "mehr Zusammenarbeit zwischen den Risikokapitalgebern und Start-ups". Die Münchner ATC2 GmbH kommt aus dem Bereich Finance und kann bereits über Ergebnisse berichten, die sich durch den Beitritt ergeben haben. "Wir haben das Kontaktnetzwerk in Stuttgart besser kennen gelernt und Diskussionen mit den ersten EDV-Start-ups in Baden-Württemberg begonnen", so Komulainen über die Entwicklung des Geschäfts. Die ATC2 GmbH gehört zu den wenigen Neuzugängen bei bwcon, die nicht aus den Bereichen Internet-/Unternehmenssoftware, Beratung oder Multimedia-/Internetagenturen kommen.

Ein "Exot" unter den neuen Mitgliedern ist die Stadt Calw. Die Kommune im Nordschwarzwald hat das Angebot des Netzwerks gründlich geprüft und ihre Entscheidung getroffen: Bei bwcon dreht sich vieles um Existenzgründung und Start-up-Förderung und Calw engagiert sich stark in dieser Richtung. So sind der CyberOne und das bwcon:forum für junge Innovatoren und Investoren das ideale Forum für die Anbahnung von Kooperationen. Aktuell steht in Calw die Neugestaltung des Internetauftritts an, bei dem die ortsansässigen Unternehmen eine eigene Präsentationsmöglichkeit bekommen sollen.

Szenekenner b-wise

Die b-wise GmbH aus Karlsruhe hat einen anderen Fokus: Sie kümmert sich um Wissensmanagement und die Erstellung von Wissensplattformen für Unternehmen. Ihr Erfolgsprodukt ist das Content-management-System avisma. Es wurde schon als Basis für viele Internetportale eingesetzt. b-wise hatte beim Beitritt zu bwcon die Benefits fest im Blick. Für Geschäftsführer Jürgen Fleig ist die Mitgliedschaft die Eintrittskarte in die "Szene" Internet und IT. "Man erfährt, was sich bewegt und welche Themen diskutiert werden. Und durch den Newsletter werden wir auf die wichtigen Veranstaltungen hingewiesen." Fleig sieht so eine Möglichkeit, auf den Veranstaltungen eine aktive Rolle zu übernehmen. Den Standort Baden-Württemberg bewertet er als gut. Die Landespolitik sieht er jedoch etwas nachdenklich, vielleicht als prototypischer Nicht-Stuttgarter: "Viele Aktivitäten des Landes konzentrieren sich auf Stuttgart."

Auf Gesamtdeutschland konzentrieren sich die Aktivitäten der Indiwidual AG, ebenfalls aus Karlsruhe. Neben dem Heimatstandort expandiert die AG in München, Köln, Tübingen und Ludwigsburg. Wer so erfolgreich sein will, braucht eine gute Idee: Der Start-up bietet kleinen und mittelständischen Unternehmen eine modulare C(collaborative)-Commerce-Lösung für Outsourcing-Dienstleistungen rund um Büroorganisation und -administration an. Die Ausgangsbasis Baden-Württemberg sieht Gründerin und Vor-standsvorsitzende Marion Widua als Voraussetzung für den Erfolg der AG. "Da Indiwidual mit dem Dienst service2busi-ness den KMU-Markt bedient, ist Baden-Württemberg ein sehr fruchtbarer Nährboden für weiteres Marktwachstum." Sie fügt hinzu, dass man im Land offen für Innovationen sei und vor allem deshalb die Geschäftsidee auf große Akzeptanz stoße. Der Beitritt zu bwcon hat sich ihres Erachtens bereits gelohnt: "Man hat hier ein exzellentes Expertennetzwerk, auf das man bei Bedarf zurückgreifen kann. Ansonsten ist es eine hervorragende Networking-Plattform, die auch einen interessanten, stets aktuellen Themenpark zu den Veranstaltungen bietet."

Neu im Bund ist auch die Tübinger itdesign (itd). Das junge Unternehmen liefert schon seit einigen Jahren Programmbausteine für genesisWorld, einem der führenden unternehmensweiten Informationssysteme. Das Unternehmen ist inzwischen regelmäßig auf der CeBIT vertreten und hat gerade erfolgreich mit dem Fraunhofer IPA - Institut für Produktionstechnik und Automatisierung - ein Internetprojekt abgeschlossen. Vom bwcon-Netzwerk erwartet Oliver Kampmann, Vertriebsleiter bei itd vor allem eines: "Wir wollen neue Kontakte knüpfen und so zukünftige Partner, Kunden oder Interessenten finden."

Trend Scout Ernst & Young

Zu den jüngsten Neuzugängen gehört auch ein weltweit etablierter Name: die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Volker Benzinger, Partner bei E&Y in Stuttgart: "Trends erkennt man nicht im stillen Kämmerlein. bwcon ist für uns ein wichtiges Forum, um Menschen mit Ideen zu treffen und mit jenen zusammenzubringen, die innovative Business-Konzepte nutzen können." Für ihn ist es von un-schätzbarem Vorteil, bwcon als Multiplikator sowohl für den Ideenaustausch als auch zur Anbahnung von Geschäftstätigkeiten und Kooperationen nutzen zu können. Vom positiven Trend bei Ernst & Young soll auch der Verein profitieren. So engagieren sich die Stuttgarter aktiv beim CyberOne und bringen sich im Expertennetzwerk ein. Benzinger tut dies nicht zuletzt aus seiner Einschätzung des Südwestens heraus: "Das starke Wachstum von E&Y ist eng mit Baden-Württemberg verbunden - das Land gehört zu den bedeutendsten Wirtschaftsräumen weltweit, vor allem weil sich Politik und Wirtschaft mit erreichten Erfolgen nicht zufrieden geben. Bestes Beispiel ist eine Initiative wie bwcon."

Netzwerk für die Zukunft

Auch bwcon gibt sich nach fünf Jahren Wachstum mit dem Erreichten nicht zufrieden. "Wir blicken verstärkt auf Wirtschaftssegmente, die stark mit Software und IT verknüpft sind und zudem Wachstum versprechen", sagt bwcon-Geschäftsführer Klaus Haasis. "Die Biotechnologie wird von der Software-Entwicklung getrieben. Hier sind die Anknüpfungspunkte offensichtlich und Baden-Württemberg hat auch hier die Chance, sich weltweit an der Spitze zu bewegen." An Potenzial für weitere Vernetzung mangelt es somit auch in den kommenden fünf Jahren nicht.


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