DOKUMENTATION 2003

bwcon ist seit einem Jahr auch Geschäftsstelle für das Cluster Unternehmenssoftware
Die Branche zum Sprechen bringen

Die Entwicklung des Clusters Unternehmenssoftware wird seit Ende 2001 von
Baden-Württemberg:Connected (bwcon) und dem von der Landesregierung eingerichteten Beratungsforum Information, Telekommunikation, Software (bits) vorangetrieben. Seit April 2002 hat bwcon zusätzlich die Funktion der Geschäftsstelle des Clusters Unternehmenssoftware übernommen. Von dort aus werden sämtliche Aktivitäten koordiniert, darunter die inzwischen gestarteten Projekte und Initiativen wie beispielsweise die Veranstaltungsreihe Forum Unternehmenssoftware, den doIT-Forschungstag, den doIT-Software Award, und die Entwicklung eines neuen Forschungsverbunds. "Heute prägt die IT-Branche den Standort Baden-Württemberg wie kaum eine zweite", so Jörg Menno Harms, Vorstandsvorsitzender von bwcon. "Die Vernetzung und Kooperation aller Beteiligten müssen wir allerdings noch weiter vorantreiben." Ansonsten brauche das Land den Vergleich mit dem Hightech-Mekka Silicon Valley nicht zu scheuen. Dort entstand im Laufe der Jahrzehnte ein Hightech-Cluster, eine Geschäftsstelle indes hat es dafür nie gegeben. "Diese dichte Konzentration unternehmerischer Tätigkeit ist durch eine ständige Zellteilung der Unternehmen, fortwährende Ausgründungen und die Vernetzung, ja Einbettung in die Hochschullandschaft entstanden." In Baden-Württemberg ist es mit der Konzentration von IT-Unternehmen ähnlich, allerdings hat die unternehmens- und institutionsübergreifende Vernetzung noch keine so lange Tradition. "Wir bringen die Menschen zum miteinander Sprechen," so Harms. Deshalb sollen Impulse von bwcon und bits die weitere Entwicklung des Clusters Unternehmenssoftware fördern. Sein Potenzial ist im Südwesten angesichts der Vielzahl renommierter Hochschulen und Forschungseinrichtungen, der über 5.000 Softwareunternehmen und der zahlreichen industriellen Anwender enorm.

Forschen im Verbund
Im Rahmen der Clusterentwicklung soll in den kommenden Monaten ein Forschungsverbund ausgeschrieben werden. Hochschulen und Forschungseinrichtungen sollen gemeinsam praktische Probleme angehen und neue Wege für die überbetriebliche Entwicklung und den Einsatz von Unternehmenssoftware erarbeiten. Der Anwendungsbezug der Forschung soll über die Begleitung durch Unternehmensverbünde sichergestellt werden, bwcon dient dabei als Kooperationsplattform. Wie anwendungsorientierte Forschung umgesetzt werden kann, zeigen bestehende Verbundforschungsprojekte, bei denen bwcon den Transfer der Forschungsergebnisse in die Wirtschaft unterstützt. Ein Beispiel dafür ist das Projekt "Kompetenznetzwerk Wissensmanagement", das speziell kleinen und mittelständischen Unternehmen eine Orientierung geben will.

Forschung auf Partnersuche
Die Bühne für die Präsentation individueller Forschungsprojekte ist ein in diesem Jahr erstmals stattfindender doITSoftware-Forschungstag. Junge Wissenschaftler und Forschungsinstitutionen erhalten die Gelegenheit, aktuelle Ergebnisse im Bereich der Softwareforschung vorzustellen sowie den Dialog untereinander und mit Unternehmen zu verstärken. Wettbewerb der Ideen Ergänzend dazu wird in diesem Jahr erstmals der doIT-Software-Award vergeben, der innovative und kreative Lösungen im Software-Bereich prämiert. Ein solcher Wettbewerb kann jungen Wissenschaftlern die notwendigen Mittel an die Hand geben, ihre Forschungsarbeiten zu aktuellen Fragestellungen weiter zu intensivieren sowie die Ergebnisse anderen Forschungseinrichtungen aber auch den Unternehmen zu kommunizieren.

Tipps für die Praxis
Die stärkere Vernetzung und der intensive inhaltliche Austausch zwischen den bwcon-Mitgliedern und Unternehmen, unter anderem im Cluster Unternehmenssoftware, ist das Ziel der fünf Special Interest Groups (SIG), die im Laufe der letzten Monate gegründet wurden. Auch für Nicht-Mitglieder zugänglich sind die Veranstaltungen des Forums Unternehmenssoftware, das sich mit spezifischen Frage- und Problemstellungen der Branche, wie beispielsweise dem Management von Softwareentwicklungsprozessen befasst. Angesprochen sind damit die rund 5.000 Softwareunternehmen im Land, aber auch Anwender. Denn nach wie vor gibt es große Unsicherheiten im Verständnis von und Umgang mit Software, vor allem im Mittelstand.

Mittelstand im Netz
bwcon beteiligt sich mit seinem Know-how und seinem Netzwerk auch an Initiativen anderer Institutionen, die der Clusterentwicklung weitere Impulse geben. Dazu zählt die Internetplattform ebigo.de, eine Initiative für den Mittelstand, die vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg gefördert und von den Kammern, Verbänden und der MFG Medienentwicklung Baden-Württemberg getragen wird. Laut Umfrage des Kompetenzzentrums Electronic Commerce Schwaben ist nur rund die Hälfte aller mittelständischen Unternehmen gut über E-Business und Internet informiert. Mit ebigo.de erhält der Mittelstand die Möglichkeit, genau diese Informationslücken zu schließen, wie auch beispielsweise mit dem Beratungs- und Veranstaltungsangebot von
bwcon.

Im bwcon-Terminkalender für die kommenden Monate drängen sich dann auch Veranstaltungen, die interessante Themen im Bereich Unternehmenssoftware beleuchten und den Mitgliedern und anderen Interessenten wertvolle Tipps und die Möglichkeit zum inhaltlichen Austausch geben - unter anderem am 22. Mai die Vorträge mit anschließender Diskussion zum Thema "Dienstleistungen und Software: Neue Geschäftsfelder erschließen" in der Veranstaltungsreihe Forum Unternehmenssoftware. Alles in allem verspricht das Jahr 2003 auch in der zweiten Hälfte ein ausgesprochen aktives und ereignisreiches Jahr für bwcon zu werden. Einige Initiativen und Projekte im Rahmen der Clusterentwicklung, beispielsweise der Forschungsverbund, stecken noch in den Kinderschuhen. Bei anderen, wie dem doIT-Award, steht eine spannende Premiere bevor. Fest steht damit eines: bwcon gibt der Wirtschaft im Südwesten Impulse und macht mit seinem Beratungs- und Veranstaltungsangebot die Unternehmen leistungsfähiger.

Ansprechpartener:
Kay-Uwe Clemens
clemens@bwcon.de


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