Frage:
Die Clusterbildung soll den Wirtschaftsstandort attraktiver machen. Was
bringt der Cluster Unternehmenssoftware für Baden-Württemberg?
Heinzl:
Kaum jemand weiß, dass Baden-Württemberg mit über 5.000
Unternehmen in der IT- und Softwarebranche weltweit als IT-Region den
zweiten Platz hinter dem Silicon Valley in Kalifornien bei Unternehmenssoftware
einnimmt. Die Masse allein ist jedoch nicht ausschlaggebend für
den Erfolg einer Region. Für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg
ist es wichtig, sein Know-how und seine Innovationskraft zu bündeln
und Strategien zu entwickeln, wie man gerade gegen die Konkurrenz aus
den Schwellenländern bestehen kann. Dabei ist nicht Einzelkämpfertum
gefragt, sondern die Bereitschaft der Unternehmen zur Kooperation untereinander
und mit den Hochschulen und Forschungsinstituten. Der Cluster Unternehmenssoftware
unterstützt die Unternehmen genau dabei.
Frage:
In welchen Projekten im Rahmen des Clusters Unternehmenssoftware engagieren
Sie sich?
Heinzl:
Zum einen bin ich Moderator des bwcon-Ausschusses Unternehmenssoftware,
der an Strategien für die Unterstützung der Unternehmen am
Standort arbeitet. Ein weiteres zentrales Projekt beim Aufbau des Clusters
Unternehmenssoftware ist der Forschungsverbund, an dessen Planung ich
als Hochschulvertreter im Rahmen der Arbeitsgruppe Unternehmenssoftware
des Landes maßgeblich beteiligt bin. Ziel des Forschungsverbunds
ist die gemeinschaftliche und arbeitsteilige Entwicklung und Nutzung
von Unternehmenssoftware. Gerade deshalb ist im Gegensatz zu anderen
Forschungsverbünden die Begleitung der Forschungseinrichtungen
durch Unternehmen explizit erwünscht. Um den Verbundcharakter zu
unterstreichen, legen wir außerdem bereits bei der Konzeption
großen Wert auf die Vernetzung der einzelnen Projektbeteiligten.
Frage:
Welche Impulse kann bwcon der Clusterentwicklung geben?
Heinzl:
bwcon hat die wichtige Funktion eines Moderators zwischen Politik und
Wirtschaft. Die Wirtschaftsinitiative schafft eine Plattform für
eine Gruppe von Unternehmen, die gemeinsam eine Zukunftsvision für
den IT- und Hightech- Standort Baden-Württemberg entwickeln. Die
Dynamik, die dabei entsteht, kann durch die Nähe zur Politik und
den verantwortlichen Ministerien direkt in Maßnahmen zur Förderung
des Standorts umgesetzt werden. Darüber hinaus fungiert bwcon als
Transferplattform für den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.
Die Wissenschaft kann sich mit ihrer Forschung somit an den tatsächlichen
Bedürfnissen der Wirtschaft orientieren und die Wirtschaft kann
auf die Ressourcen der Hochschulforschung zurückgreifen.