Begrüßung:
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, es ist mir eine große
Freude Sie als Schirmherrn der Veranstaltung in der L-Bank begrüßen
zu dürfen.
Sehr gerne sind wir Ihrer Bitte, Herr Haasis, nachgekommen, die heutige
Jubiläumspreisverleihung des CyberOne in der L-Bank auszu-
richten. Wir brauchen solche Veranstaltungen wie heute, um positive Signale
aus zu senden und Mut zu machen, neue innovative Unternehmen zu gründen.
Ganz besonders
herzlich Willkommen heißen möchte ich selbstverständlich
die Preisträger der heutigen Veranstaltung, Herrn Laidig, Geschäftsführender
Gesellschafter der Laidig Business Consulting GmbH, Böblingen und
Vorstand der bwcon, Stellvertretend für die Vertreter des Staats-
und Wirtschaftsministeriums, Herrn Ministerialdirektor Dr. Epple, Herrn
Dr. Pfeiffer, Deutscher Bundestag, Berlin, Damen und Herren des diplomatischen
und konsularischen Corps, sowie Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Die L-Bank hat
als Staatsbank für Baden-Württemberg die Aufgabe, den Standort
und seine Wirtschaftskraft zu stärken. Wir tun dies, indem wir
durch zinsgünstige Kredite, Risikoübernahmen, Eigenkapital
oder eigene Investments einen ent-
scheidenden Beitrag für Innovationen und Investitionen leisten
und tragen damit zur langfristigen Sicherung des Standorts Baden-Württemberg
bei. Dabei ist unser oberstes Ziel die Sicherung eines ausreichenden
Finanzierungsangebots für junge und mittelständische Unternehmen.
Hier bietet die L-Bank zum einen Programme, die den Hausbanken günstige
Mittelstandskredite gewähren, die dann an die Unternehmen weitergegeben
werden.
Zum anderen entlastet sie die Hausbanken von Finanzierungsrisiken, indem
sie Bürgschaften bei Krediten an mittelständische Unternehmen
übernimmt. Wenn es um die Unternehmensinvestitionen geht, übernehmen
wir nicht nur Risiken bei der Kreditfinanzierung, sondern entlasten
mit unserem Beteiligungsgarantieprogramm seit Juli 2002 auch Kapitalinvestoren
von ihren Finanzierungsrisiken. Mit dem gleichzeitig neu aufgelegten
L-EA Mittelstandsfonds in Höhe von 125 Millionen Euro bietet die
L-Bank über ihre L-Eigenkapital-Agentur etablierten mittel-
ständischen Unternehmen Beteiligungsengagements an.
Auch jungen innovativen Unternehmen mit Wachstumschancen stellt die
L-Bank Risikokapital zur Verfügung. Dafür hat sie mit 125
Millionen Euro den L-EA Venture Fonds - einen der größten
Venture-Capital-Fonds in Baden-Württem-berg - aufgelegt, um im
Interesse des Landes in Zukunftstechnologien zu investieren.
Baden-Württemberg gilt mit seinen renommierten Universitäten
und wissen-
schaftlichen Einrichtungen als einer der weltweit führenden Standorte.
Auf diese Weise leistet die L-Bank einen entscheidenden Beitrag zum
Tech-
nologietransfer. Alleine im Jahr 2002 ging der L-EA Venture Fonds acht
neue Beteiligungen ein, darunter sechs aus dem Bereich Biotechnologie,
sowie zwei aus dem Bereich IT. Dies spiegelt, was die Anzahl der Engagements
angeht, den allgemeinen derzeitigen Branchenfocus von VC-Investoren
wieder. Insgesamt weist das Portfolio der L-EA aber sowohl nach der
Zahl der Engagements als auch nach den Investitionsvolumina eine in
etwa gleichgewichtige Verteilung auf Bio Technologie und IT auf.
Diese jungen Firmen erhalten neben Eigenkapital auch laufende Management-Unterstützung,
so zum Beispiel, wenn es darum geht, die Marktchancen ihrer Produkte
zu beurteilen und Vertriebswege zu erschließen.
Wir beobachten in diesem Zusammenhang eine Konsolidierung des VC-Marktes
in 2002.
Ich möchte diese Aussage mit zwei Punkten belegen:
- die Risikokapitalinvestitionen
sind laut BVK um - 70 % von 1,7 Milliarden auf 575 Millionen Euro zurückgegangen
- die "verschlossenen"
Kapitalmärkte haben dazu geführt, dass die Börse keine
Exit-Option bietet
In diesem Zusammenhang
wurde die Finanzierungssituation im IT-Bereich im Verlauf 2002 und auch
heute noch immer schwieriger: denn
- es gab nahezu
kein VC für IT-Unternehmen
- das verbliebene
Kapital fließt
- überwiegend
in reifere bzw. bestehende Portfolio-Unternehmen
- Due Diligences
dauern 3 - 6 Monate und länger
Und der folgende Punkt
ist fast der wichtigste:
- die Zahl der
Risikokapitalanbieter sinkt
Daher müssen
wir alle, die wir in diesem Bereich tätig sind, eine noch stärkere
Vernetzung und Zusammenarbeit mit vorhandenen Investoren forcieren. Dabei
sollte unser oberstes Ziel sein, neue Investoren für Baden-Württemberg
schon bei Erstrunden-Finanzierungen zu gewinnen.
Zum Schluss möchte ich noch eine Prognose wagen: trotz der Zurückhaltung
von Investoren bei technologieorientierten Frühphasen-Engagements
gibt es auch durchaus ermutigende Signale. Ich denke dabei an die 3i,
die sich als "major player" wieder verstärkt dem VC-Bereich
mit regionalem Schwerpunkt Baden-Württemberg zuwendet. Ich denke
dabei aber auch an die Zahl der eingereichten Businesspläne in unserem
Haus, die im zweiten Halbjahr 2002 deutlich zunahm. Und ich berichte
Ihnen, hier "unter uns", dass wir bereits für die nächsten
Wochen wieder ein neues Engagement im Bereich IT eingehen wollen. |