Ein Rettungssystem verknüpft alle Ansätze bei der Lawinensicherheit

Es ist ein Moment, in dem Spaß zum Ernst wird, der Moment, in dem Skitouren-Geher und sogenannte Freerider Ausflüge ins Ski-Gelände machen. Das Risiko: Ständig laufen sie Gefahr, von einer Schneelawine erfasst zu werden.

Die Gründer und Experten der Betriebswirtschaft von Werz Innovations Matthias Werz (33), Max Sattlegger (34) und Thomas Meyer (30), die ihren Standort in St. Johann, nahe der Schwäbischen Alb, haben und selbst gerne Ausflüge in die Berge machen, haben aus diesem Grund etwas Neues entwickelt: einen Lawinenairbag, der nicht nur seinen Status Quo im Bereich Zusatzprodukte beim Lawinensicherheitsequipment genießt, sondern auch folgende Vorteile gegenüber Konkurrenzprodukten hat:

Das Produkt besteht aus zwei Rettungsmodulen, einem Airbag, der dafür sorgt, dass man durch eine Lawine nicht verschüttet wird und ein Atmungsmodul, das sich darum kümmert, dass man in den Schneemassen Luft bekommt. Mittels eines Griffs, den das Team gerade patentieren lässt, lassen sich gleichzeitig der Airbag und die Atemeinheit auslösen. Kernstück des Systems ist der multifunktionale Griff, der Auslösung und Atmung durch diesen vereint und der in diesem Zusammenhang entwickelte Auslösemechanismus, welcher sicherstellt, dass das System zuverlässig funktioniert. Auch den Auslösemechanismus haben die Gründer zum Patent angemeldet.

Gerade die Integration beider Mechanismen in ein nutzerfreundliches System ist es, die den USP, also den Unique Selling Proposition, der drei Gründer ausmachen.

Deutliche Steigerung der Überlebensrate

Und so sorgt die Kombination von Airbag und Atemeinheit zum Einen für die Risikominimierung einer Verschüttung, zum Anderen für die Chancenmaximierung einer rechtzeitigen Bergung. Mit dem System verfolgen die Gründer das Ziel, den Wintersport abseits präparierter Pisten sicherer und innovativer zu gestalten. Überdies gehen sie davon aus, dass durch ihr System und die weiteren anstehenden Entwicklungsprojekte die Mortalitätsrate durch Lawinenunfälle deutlich reduziert werden wird.

Das Produkt soll letztendlich mit dem Hauptfokus auf Deutschland und Österreich in der ersten Saison und dann in Skandinavien, Italien, Frankreich, dem ganzen Alpenraum sowie Nordamerika, USA und Kanada erscheinen und sowohl online, als auch über den Fachhandel, zum Beispiel in spezialisierten Bergsportläden, erhältlich sein.

Autorin: Jennifer Warzecha

Nachgefragt bei den Gründern der Werz Innovations GmbH:

Was sind Ihre nächsten Schritte innerhalb von fünf Jahren?

Langfristig möchten wir uns in Europa einen Marktanteil von 4 Prozent bis 2020 sichern und das Fahren abseits der Pisten sicherer und innovativer machen.

Wollten Sie schon immer eine Firma gründen?

Schon innerhalb des Studiums haben wir die feste Absicht verfolgt, uns selbständig zu machen und haben zum Beispiel schon in der Schweiz als Berater für den Bereich Strategie und Business Development gearbeitet. Wir hatten die Gründung immer schon als erstrebenswertes Ziel im Kopf.

Was raten Sie anderen Menschen, die gründen möchten, als Erstes?

Man muss viel Durchhaltevermögen haben. Und man braucht definitiv viele Kontakte. Ohne richtiges Netzwerk geht gar nichts. Man muss immer wieder von potenziellen Nutzern testen lassen, ob das Produkt marktfähig werden kann. Man muss Nachfrage und die Marktsicht miteinfließen lassen. Die Frage ist: Bringt es den Kunden weiter oder ist man zu sehr in seiner eigenen Sicht befangen? Wenn dem so ist, muss man seine Sichtweise dementsprechend erweitern.