Virtuelle Einrichtungsberatung

Überfüllte Möbelhäuser, Gedränge an der Kasse und kurze Beratungszeiten? – Nicht unbedingt. Das Team der Roomtailors, rund um die Gründer, Innenarchitekt Michael Hilkert (32), BWler Clemens Hildebrandt (31) und Medienwirtschaftler Tobias Lange (32), bietet Einrichtungsberatung via Internet an. Der User wählt auf der Website den Raum aus, den er einrichten möchte, zum Beispiel das Wohnzimmer. Aus einer Bildwelt wählt er die Stilkombinationen aus, die ihm gefallen. Anschließend lädt er die Grundrisszeichnung des Raums auf der Website hoch. Das Team der Roomtailors analysiert nun aus der Bildauswahl, dem sogenannten Moodboard, mit welchen Accessoires und in welchem Stil die Möbelstücke daher kommen sollten, damit sie zum Geschmack des jeweiligen Kunden und in den Grundriss passen.

Dabei achten die Roomtailors darauf, dass aus dem mitunter bunten Stilmix des Moodboards ein stimmiges Konzept entsteht, das anschließend bei IKEA, Home24 und Co. bestellt werden kann. Die Möglichkeit, sich die Bilder der gewünschten Möbel vorher im Internet anzusehen und Wünsche zu Lieferzeiten, Budget und anderem zu äußern, ersetzt die lange Suche nach dem richtigen Objekt in Möbelhäusern vor Ort.

Für Kunden allen Alters

Neben den Möbelvorschlägen erhält der Kunde kostenlos einen Plan des eingerichteten Raums. Ziel- bzw. Fokusgruppe sind Kunden zwischen 25 und 40 Jahren – Menschen, die sich im Umbruch befinden – also relativ häufig umziehen, das erste Mal eigenes Geld verdienen, als Paar zusammen ziehen oder das erste Kind bekommen und dementsprechend das Kinderzimmer ausstatten möchten. Nicht nur junge Menschen fühlen sich angesprochen, sondern auch technikaffine zwischen 50 und 60 Jahren zählen zu den Nutzern.

Auch Kunden in der näheren Umgebung des an der Hochschule für Medien in Stuttgart angesiedelten Unternehmens, werden kompetent beraten. Neben der fachlichen Expertise hilft bei der Kundenbetreuung die Tatsache, dass die Teammitglieder bereits vor Gründung des Unternehmens Ende letzten Jahres in Firmen wie der Daimler AG wertvolle berufliche Erfahrungen gesammelt hatten. Dementsprechend „wollen wir erste Anlaufstelle werden für alles, was Einrichtungen betrifft. Dazu wollen wir möglichst vielen Menschen mit unseren kostenlosen Konzepten zu einem schöneren Zuhause verhelfen.

Autorin: Jennifer Warzecha

Nachgefragt bei: Tobias, Clemens und Michael, dem Gründerteam der Roomtailors

Auf Ihrer Webseite kann man nachlesen, dass manche Kunden schon mit der Grundrisszeichnung ihrer jeweiligen Wohnung überfordert sind. Wie finden sich also Nicht-Architekten mit Ihrem Service zurecht?

Damit die Kunden problemlos ihren Grundriss erstellen können, haben wir eine ganz einfache Anleitung auf die Seite gestellt. Weil jeder Kunde von uns einen persönlichen Roomtailor als Ansprechpartner erhält, kann er uns auch jederzeit Fragen stellen, schriftlich per E-Mail, Chat und Whats App oder auch am Telefon.

Wollten Sie schon immer ein Startup gründen?

Wir haben uns früher alle schon mal selbständig gemacht. Daher kannten wir die Situation schon. Clemens und Tobias haben im Studium gegründet, Michael hat vier Jahre lang sein eigenes Innenarchitektur-Büro geführt. Roomailors war am Schluss eine rationale Entscheidung. Es hat einfach alles gepasst: Das Team, die Marktentwicklung und eine Idee, die uns alle zusammen gebracht hat. Also haben wir uns gesagt „Einsteigen und durchstarten!“ Es war eher eine Frage des Wann als des Ob. Vorher im Großkonzern gearbeitet zu haben, war ebenso hilfreich. Mit der professionellen Erfahrung im Gepäck hat man einfach mehr Vertrauen und Sicherheit.

Was raten Sie anderen Menschen, die gründen möchten?

Tut es! Man sollte nicht darauf warten, bis die Idee irgendwann von selbst daher geflattert kommt. Es ist besser, einfach mal mit etwas anzufangen und daran zu arbeiten. Egal ob es an Dingen wie der Team-Findung hapert, an der Idee oder dem Geld: All das kann man sich erarbeiten.