Die Digitalisierung der Bau- und Liegenschaftsämter: schneller, einfacher und effizienter bauen!

Bei der Vergabe von Bauplatz haben Interessenten viele Fragen an eine Kommune: Wie steht es mit der Infrastruktur? Gibt es Kita-Plätze? Ist das Internet schnell genug? Auf der anderen Seite sind die Vergabekriterien der Kommunen für die Interessenten immer unterschiedlich. Während die eine Kommune rein nach Sozialpunkten Bauplatz vergibt, gilt bei der anderen das First-come-first-serve-Prinzip. Ein komplizierter und langwieriger Prozess ist es jedoch für beide Seiten. Diesen Prozess durchlief auch einer der Gründer von BAUPILOT vor einigen Jahren. Er suchte Baugrund und die Kommune hatte Schwierigkeiten, ihm Informationen zu möglichen Bauplätzen schnell und übersichtlich zu liefern.

Für ihn stand die Frage nach einer digitalisierten Lösung im Raum. Der damals zuständige Mitarbeiter der Kommune ist heute Mitbegründer von BAUPILOT, dem digitalen Bauplatzportal für Deutschland. Gemeinsam erarbeiteten sie eine Möglichkeit, die Bauplatzvermarktung für alle Beteiligten effizienter und übersichtlicher zu gestalten, – für die Kommune wie für den Bauherren – als digitalisierter Prozess. So, dass die zuständigen Beamten nur noch eine Espressolänge Zeit am Tag in das Thema Bauplatzvergabe investieren müssen und Bauherren auf der anderen Seite alle relevanten Informationen transparent und übersichtlich zur Verfügung gestellt bekommen.

Auf der Plattform von BAUPILOT stellt die Kommune alle relevanten Auskünfte zu ihren Baugebieten ein, so dass sich die Interessenten auf einen Blick über den gewünschten Bauplatz informieren können. Sollte ihr Interesse geweckt sein, können sie sich darauf online bewerben. Anschließend kann die Kommune nach ihren Vergaberichtlinien die Baugrundstücke vergeben. Die Plattform funktioniert wie ein Cockpit in einem Flugzeug – ein Autopilot für den kompletten Bauprozess. Nur die endgültige Vergabe muss dann noch vom Amt selbst auf den Weg gebracht werden.

Die Ämter sparen sich damit die händische Bearbeitung einzelner Anfragen und der Bauplatz kann transparent und vor allem schnell vergeben werden. In den Verwaltungen spart das etwa 90% an Kosten und Zeit. Und für den Interessenten: keine Wartezeiten auf dem Amt, keine ausgedruckten Pläne, keine offenen Fragen, die lange nicht beantwortet werden – eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Den Bauherren vom Grunderwerb bis zum Einzug begleiten und unterstützen

Zunächst entwickelten die Gründer in ihrer Freizeit eine erste Version der Plattform und gingen mit einer Kommune probeweise an den Start. Die Beamten und Bewohner der Kommune erkannten schnell alle Vorteile von BAUPILOT, so dass die beiden Gründer in eine zwei Jahre lange Testphase mit 17 Kommunen gingen. Alle Kommunen aus der Testphase blieben danach weiter Kunde von BAUPILOT, neue Kommunen kommen stetig dazu. Durch den Input der Kommunen aus der Testphase konnte das junge Unternehmen 2017 einen großen Relaunch ihres Systems durchführen und sind nun bereit für weitere Aufgaben.

Das Team von BAUPILOT besteht inzwischen aus acht Mitarbeitern: Programmierer, Verwaltung, Planaufbereitung und Vertrieb/Marketing. Durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern kann das Start-up weitere Themen über ihre ursprüngliche Plattform hinaus planen und hat viele Ideen für die Zukunft – wie etwa der Begleitung der Bauphase anhand eines digitalen Bautagebuchs oder dem 3D-Druck von Häusern, um Bauherren vom Grunderwerb bis zu ihrem Einzug zu begleiten und zu unterstützen.

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Nachgefragt!

Was war Ihr größter Erfolg bisher?
Der größte Erfolg ist, dass das System sowohl auf der kommunalen Seite als auch auf der Seite des Bürgers angenommen wird, dass es funktioniert und läuft und dass wir eigentlich eine wahnsinnig positive Resonanz von allen unseren Kunden bekommen haben. Das ist zwar nicht finanziell, dafür aber umso mehr ideell messbar!

Gab es schon Rückschläge?
Rückschläge gibt es immer. Wir hatten einige Rückschläge im Bereich Kooperation, wo Sachen nicht so funktioniert haben, wie wir uns das vorgestellt hatten. Auch im Bereich Kunden gab es ein paar Rückschläge, weil manchmal unsere Ansprechpartner nicht entscheiden konnten, und dann in anderer Instanz gegen uns entschieden wurde, obwohl die Ansprechpartner BAUPILOT unbedingt wollten. Man braucht in diesem Geschäft mit Kommunen, Verwaltungen und Ämtern einen sehr langen Atem. Aber wenn die das System mal haben, dann hat man in den Verwaltungen sehr dankbare Kunden.

Wo soll die Reise hingehen? Was ist das langfristige Ziel?
Die nächsten Schritte von BAUPILOT sind die Begleitung der Bauphase und Virtual Reality – also die Begehung des Grundstücks über virtuelle Darstellung. Als Mini-Hologramm des geplanten Hauses. Außerdem sind wir dabei den 3D-Druck von Häusern möglich zu machen. Das heißt wir begleiten unsere Kunden dann von Anfang bis Ende – von der Bewerbung auf ein Grundstück bis zum fertigen Haus.

Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Teilnahme beim CyberOne?
Wir möchten das wirklich erklärungsbedürftige Geschäftsmodell soweit herunterreduziert haben, dass es von einer branchenfremden Jury verstanden wird. Es war schon ein erster Gewinn bei der Bewerbung für den CyberOne unter die Finalisten zu kommen. Damit haben wir uns selbst schon bewiesen, dass wir in diesem Bereich auf dem richtigen Weg sind. Gewinn oder nicht – das sehen wir sportlich. Aber die öffentliche Aufmerksamkeit, die der CyberOne mit sich bringt, ist für uns auch wertvoll und wichtig.