Rethink Numerics – wie simulationsgetriebenes Design effizienter und einfacher nutzbar gemacht wird

Im letzten Jahr standen die drei Gründer bereits bei der Preisverleihung des CyberOne Hightech Awards auf der Bühne. Zum diesem Zeitpunkt hieß ihr Gründungsvorhaben noch SimSpark und belegte einen sehr guten vierten Platz – eine erste Rückmeldung von Experten dazu, dass sie mit ihrem Vorhaben auf dem richtigen Weg sind. Inzwischen haben sie gegründet und nennen sich renumics, was sich aus Rethink Numerics ergibt und ihre Domäne beschreibt: die Automatisierung von numerischen Computersimulationen durch künstliche Intelligenz, um Simulationstechnologie effizienter und einfacher nutzbar zu machen. Damit sind sie bisher konkurrenzlos und legten in diesem Jahr einen sehr vielversprechenden Start hin.

Möchte ein Autobauer etwa mit einem neuen Modell Crashtests durchführen, werden die Simulationsmodelle zunächst durch Berechnungsingenieure in einem sehr zeitaufwendigen und Prozess mit viel manueller Arbeit erstellt. renumics stellt eine Software zur Verfügung, die mit Hilfe künstlicher Intelligenz solche Prozesse nicht nur schneller sondern auch sehr viel kostengünstiger darstellt – sozusagen auf „Knopfdruck“.

Ihre Technologie wollten die drei Gründer, die sich aus dem Forschungsbereich der Medizintechnik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) kennen, zunächst Ärzten als computerbasierten Assistenten an die Hand geben, der bei der Diagnostik helfen soll, bessere Entscheidungen zu treffen. Doch sehr schnell erhielten sie positives Feedback aus ganz anderen Branchen und entwickeln jetzt vor allem für den Maschinenbau.

Start-up-Autobahn, Gründerwettbewerb Digitale Innovationen, EXIST-Gründerstipendium – CyberOne Hightech Award?

Noch ist das Team zu dritt – ein Ingenieur, der sich um den Vertrieb kümmert sowie zwei Software-Entwickler, die für die technische Umsetzung zuständig sind. Einige studentische Hilfskräfte unterstützen das Team. Die Unternehmung wird vom EXIST-Gründerstipendium gefördert, weshalb die Gründer unter anderem weiterhin die Räumlichkeiten am Karlsruhe Institut für Technologie nutzen dürfen.

Ihre Gründung hatte sich wegen einiger bürokratischer Maßnahmen ins Jahr 2017 verschoben – ein Glück, denn so konnte sich renumics für den Frühphasen-Gründerwettbewerb Digitale Innovationen bewerben, den sie am Ende für sich entschieden. Gutes Timing und ein bisschen Glück gehören eben auch zu einem erfolgreichen Start als Gründer.

In das Acceleratoren-Programm STARTUP AUTOBAHN wurden sie ebenfalls aufgenommen und kamen so mit großen Automobilkonzernen in Kontakt.

An ihren ersten Aufträgen konnten sie feststellen, dass bei ihrer Arbeit die Kommunikation mit dem Kunden entscheidend ist, um neue Ideen entwickeln zu können und von den Partnern den notwendigen Insiderblick zu erhalten. Bei ihrem ersten Kunden aus der Automobilbranche konnten sie mit kleinsten Prozessveränderungen schon viel bewirken und bekamen durchweg gutes Feedback.

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Nachgefragt!

Was war Ihr größter Erfolg bisher?
Wir waren auf der Hausmesse eines großen Automobilherstellers und man hat gemerkt, dass unsere Idee gut ankommt.  Es war toll zu sehen, wie immer mehr Leute um uns herum standen und Renumics wirklich gut fanden. So etwas ist noch viel besser, als eine Finanzierung zu erhalten oder einen Wettbewerb zu gewinnen.

Gab es Rückschläge auf dem Weg bis hier her?
Bisher gab es keine nennenswerten Rückschläge, aber das könnte natürlich noch kommen. Bevor wir richtig gestartet sind, haben wir allerdings viel kritisches Feedback für unsere Idee bekommen. Dies war im Nachhinein auch wichtig, um die Idee weiterzuentwickeln.

Was ist der nächste große Schritt von Renumics?
Bisher haben wir großen Firmen angepasste Lösungen verkauft. Das ist ein klassisches B2B-Geschäft – man lernt die Kunden auf Messen kennen und überlegt Lösungen für deren Probleme. Unser Kundenradius ist bisher rund um Stuttgart und Karlsruhe. Da sitzen sehr viele Unternehmen, die von Renumics profitieren können. Renumics soll aber auch für kleine und mittelständische Unternehmen zur Verfügung stehen. Es muss daher einfacher und preiswerter werden, mehr ein Baukasten oder eine Internetplattform, auf der man sich als kleines Unternehmen seine Lösung zusammenstellen kann. Da stehen wir gerade im Aufbau und das soll dann auch international sein und mehr viral vermarktet werden. Bezahlbare Lösungen für die Kleinen wie für die Großen – das ist einer der nächsten Schritte auf jeden Fall!

Welche Erwartungen haben Sie an die Teilnahme beim CyberOne?
Letztes Jahr war der vierte Platz beim CyberOne für uns das erste Signal von außen, dass das, was wir machen, echt gut ist. Der Wettbewerb hat uns auch geholfen, wichtige Kontakte zu knüpfen, die unseren bisherigen Weg überhaupt erst ermöglicht haben. Wir wollten deshalb noch einmal teilnehmen, um zu zeigen, dass die in uns gesetzten Erwartungen gerechtfertigt waren. Außerdem ist es für uns natürlich wichtig, unser Netzwerk an Kunden, Partnern und möglichen Investoren weiter zu stärken. Gerade in unserer Branche bietet Baden-Württemberg da ja ein unvergleichlich gutes Ökosystem.